Das Michelson Interferometer
(Kursstufe > Die Welleneigenschaften des Lichts)
Versuch: Messung der Lichtgeschwindigkeit in Luft (Brechungsindex)
- Aufbau
Setzt man vor den Strahlteiler eine Linse (f=5mm), so wird der Strahl geweitet, das Licht fällt dann nicht mehr parallel auf die Spiegel und den Schirm. Beide Teilstrahlen erzeugen einen Lichtfleck von ca. 7cm Durchmesser.
Das Laserlicht hat eine Wellenlänge von 632,8nm.
In einen der beiden Strahlengänge wird eine 50mm lange Kammer eingebracht, die auf zwei Seiten durch je ein Glasfenster verschlossen ist. Mit einer Vakuumpumpe wird die Kammer weitgehend evakuiert. Danach wird die Pumpe abgeschaltet, wodurch die Luft langsam wieder zurück in die Kammer strömt.
- Messung
Das divergente Licht erzeugt ringförmige Maxima und Minima auf dem Schirm. Während des Pumpens ist das Interferenzmuster sehr unscharf und wackelt.
Nachdem die Pumpe abgeschaltet wurde, verschieben sich die Maxima, die Ringe "laufen in die Mitte".
Man zählt 40 Maxima während des Wiedereinströmens der Luft.
- Auswertung
Die Unschärfe der Maxima wird durch Vibrationen der Spiegel und der Grundplatte erzeugt. Schon bei leichten Erschütterungen verschwindet das Interferenzmuster.
Aus der Interpretation der Brechungsversuche weiß man, dass die Lichtgeschwindigkeit in Medien geringer ist als im Vakuum. Weil die Frequenz der Lichtwelle gleich bleibt, ist die Wellenlänge in der Luft etwas kleiner als im Vakuum. Strömt die Luft in die evakuierte Kammer zurück, so ändert sich die Phasendifferenz der beiden Teilstrahlen, in dieser Messung um insgesamt 40⋅2π
Anzahl der Wellenlängen im Vakuum:
- k=100mm632,8nm=158027,8
Anzahl der Wellenlängen in der Luft:
- kL=158027,8+40=158067,8
Die relative Lichtgeschwindigkeit ist der Quotient der Anzahl der Wellenlängen:
- cLc=158027,8158067,8=0,99975=99,975%
Das Licht ist in Luft nur minimal langsamer als im Vakuum!
Der Brechungsindex ist gerade der Kehrwert der relativen Geschwindigkeit:
- nL=ccL=158067,8158027,8=1,000253
Auf Wikipedia wird der Brechungsindex mit nL=1,000292
Zum Schluß noch die Begründung für die obige Rechnung. Die Geschwindigkeiten in Luft und im Vakuum berechnen sich aus der unterschiedlichen Wellenlänge und der gleichen Frequenz:
- cL=λLfc=λf }⇒ cLc=λLλ
Auf der Strecke l
- l=kLλLl=kλ }⇒ kLλL=kλ ⇒ λLλ=kkL
Deshalb gilt für das Verhältnis der Geschwindigkeiten:
- cLc=λLλ=kkL
Links
- Wikipedia: Michelson-Interferometer
- Michelson-Interferometer (Peter Heiß, Korschenbroich)
- Physikalisches Grundpraktikum für Physiker/innen Teil III Michelson-Interferometer (Uni Saarland)